Wie viele Mülltonnen stehen vor Ihrer Haustür? Zeit für ein intelligentes Müllkonzept!

Als wir 2018 in unsere Projektplanung eingestiegen sind, hatten wir ein einfaches Leitbild: Was wäre, wenn wir die Wohnqualität im gesamten Quartier, also dem kompletten Belgischen Viertel, im Blick hätten? Ganz nach dem Gedanken: Wo viele Leute bestmöglich umsorgt zusammenleben, da treffen wir auf glückliche Menschen. Je glücklicher sie sind, desto gesünder. Eine gesunde Gesellschaft kreiert stabile, intelligente Lösungen für alle. (Das haben wir uns nicht einfach ausgedacht – es ist wissenschaftlich von unterschiedlichen Disziplinen weltweit belegt.)

Was hat das jetzt mit Müllentsorgung zu tun? Ha! Eine ganze Menge.

Ein intelligentes, zentrales Abfallentsorgungskonzept, wie es beispielsweise in Holland, Dänemark, Schweden, Spanien, Norwegen, Frankreich, Italien und der Schweiz bereits eingesetzt wird, bedeutet eine signifikante Erhöhung der Lebensqualität. Im Urlaub haben Sie das vielleicht schon mal getestet? Der Vorteil:

  • Stinkende Mülltonnen am Straßenrand gehören der Vergangenheit an. Schöner fürs Auge und angenehmer für die Nase. Durchatmen vor dem Müllcontainer ohne böse Überraschung! Ehrlich.
  • Zusätzlicher Platz für die Bewohner*innen des Quartiers. Wir denken dabei auch an die Besitzer der Einfamilienhäuser im Belgischen Viertel, deren Mülltonnen den ohnehin begrenzten Raum im wahrsten Sinne zumüllen.
  • Gezielter, bedarfsgerechter und flexibler Abholverkehr. Ein Chip im Container erkennt „ich bin bald voll!“ und ruft automatisch das Entsorgungsfahrzeug. Im Moment ist noch folgendes geplant: Jeden Morgen rangiert ein anderes Müllauto piepsend durch das Viertel. Wobei uns nicht ganz klar ist, wie das herkömmliche Müllauto um die engen Kurven im Belgischen Viertel kommt? Wir wollen weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Gefahren für Radfahrer, Fußgänger und spielende Kinder.
  • Geld, Müll und Emissionen werden mit der Digitallösung (ein)gespart. In Summe ist das digitale Konzept deutlich günstiger. Jeder bezahlt nur für den Müll, den er wirklich wegwirft. Auch das erkennt ein Chip in unserer Quartiersapp, die wir eigens für das AQS entwickeln. Das Klima freut sich außerdem über verminderten CO2-Ausstoß, glauben wir.
  • Auch für die Mitarbeiter der Entsorger wird es gesünder, wenn sie nicht mehr die teilweise 50 kg schweren Tonnen bewegen und anheben müssen. Das macht im neuen Abfallentsorgungskonzept nämlich ein Kranhaken, der die Müllcontainer aus der Erde hebt.
  • Erstaunlich: Bereits seit 15 Jahren gibt es die passenden Fahrzeuge und Systeme, die man sogar in Deutschland kaufen und einsetzen kann. Es wird Zeit, sie auch dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden!

Was haben wir also vor?

Wir schlagen vor, auf unserem Grundstück intelligente Mülltonnen im Boden zu versenken, die ihren eigenen Füllstand messen und Geruchsemmissionen verhindern. Anwohner*innen (also auch unsere Nachbarinnen und Nachbarn!) identifizieren sich mit unserem Quartierschip am Behälter und bezahlen somit nur für die tatsächliche Müllmenge und nicht für das Tonnenvolumen.

Wenn ein Müllbehälter der Meinung ist, dass er voll ist oder zu sehr müffelt, dann sendet er automatisch ein Signal an den Betreiber und sagt: „Komm und leere mich!“

So sieht das aktuell aus:

So soll das besser aussehen:

Wo ist jetzt der Haken?

  • Der städtische Entsorger besitzt kein geeignetes Fahrzeug. Der Haken zur Abholung der Container fehlt!
    Das macht aber nichts. Den Haken besorgen wir gerne.
  • Wir suchen auch nach einem passenden Dienstleister, der den Müll abholt und entsorgt – wenn es gebraucht wird.

Kurzum:

Wir brauchen bloß eine Genehmigung!

Ein paar Worte zum Schluss

Die Realisierung dieses Projekts ist kein Spaziergang für uns. Das wussten wir vorher, weil wir auf Pfaden unterwegs sind, die abseits der „Dashabenwirimmerschonsogemachtstraße“ laufen. Immer wieder stoßen wir auf Organisationsstrukturen, die ein gesünderes, sozialeres Zusammenleben verhindern. Dafür kann keiner was, denn diese Regeln wurden in der Vergangenheit beschlossen und da haben sie vielleicht sogar Sinn gemacht (naja, außer beim Müll vielleicht, denn der war eine Idee der Verpackungsindustrie…).

Aus Bequemlichkeit an drei Tonnen und mehreren Plastiksäcken je Haushalt festzuhalten bleibt aber vermutlich ohne Konsequenz, wenn keiner was sagt. Deswegen sagen wir: Bitte, liebe Verwaltungsmenschen, macht euch stark für eine tägliche, signifikante Verbesserung zum Wohle Eurer Auftraggeber*innen: den Soester Bürgerinnen und Bürgern.

Planen Sie ein ähnliches Projekt? Sie finden hier bald die ausformulierten Schriftstücke, die wir als Grundlage für unsere Gespräche genutzt haben und nutzen, um Unterstützer*innen und Fürsprecher*innen zu finden.

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