Ideen für ein gemeinschaftliches Mi(et)einander Wohnen

aktualisiert am 22.04.2020

Wenn etwas für eine Gemeinschaft gebaut werden soll, dann lässt man es am besten von der Gemeinschaft bauen. Das heißt nicht, dass ein Laie plötzlich Entscheidungen über das Einreißen von tragenden Wänden innerhalb eines Gebäudes trifft. Es bedeutet auch keineswegs, dass über Gesetze hinweggegangen wird oder sachliche und fachliche Entscheidungen von emotionalen Wünschen beiseitegeschoben werden. Dafür sind interdisziplinäre Teams in einem Projekt da: Sie steuern den Prozess so, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen – sondern Hand und Fuß haben.

Es geht um Balance. Es geht um die Frage, was gebraucht wird. Es geht um Aussortieren. Es geht um Entscheidungen darüber, was wir getrost verabschieden können – weil es keiner mehr braucht – und um das, was neu entstehen muss, damit die Dinge besser werden. Beispielsweise braucht in naher Zukunft keiner mehr ein Homeoffice, wenn er wenige Meter von Zuhause entfernt einen Co-Living Space findet, der perfekt ausgestattete Arbeitsräume und außerdem Kontakt zu anderen Menschen in den Pausen bietet. Wer sein Kind in der Kita nebenan glücklich weiß, arbeitet auch entspannt in diesem Quartier.

Was die engagierten Bürger*innen von Soest sagen ist aktuell (Stand 20.04.2020) das:

Wie wir in den Wohnungen/im Quartier leben möchten:

  • Größere Kinderzimmer
  • Altersgerechtes Wohnen
  • Gemeinschaftliches Wohnen
  • Jugendräume
  • Yogaräume
  • Bastelräume
  • Werkstatträume
  • Leseräume
  • Kaffeeklatschräume
  • Obstbäume
  • Gemüsebeete
  • Schwimmteich
  • Spielplatz für Kinder
  • Grillstelle
  • Mitmachgarten
  • Große Dachgeschossfenster mit Blick in den Sternenhimmel
  • Große Dachgeschossfenster um dem Regen zu zuhören
  • Waschplätze für Auto, Fahrrad, E-Bike und Co.
  • Entspannungsräume
  • Begegnungsräume
  • Kindergartenplatz um die Ecke
  • Kurze Wege zur Arbeit, Kindergarten, Einkaufen, Sport
  • Schnelles Internet
  • Geringer Energieverbrauch
  • Bewohnercafé
  • Lagerplatz/Storage-Room
  • Regal mit „Bücherkreisel“ oder „Freie Bibliothek“
  • Kleiderschrank mit „Kleiderkreisel“ oder „Kleidung zum Mitnehmen“
  • „Kaminzimmer“
  • Treffpunkt für Vereine
  • Günstigere Raten für Mieter*innen im AQS für Co-Living/Co-Working

Wie wir in miteinander im Quartier leben möchten:

  • Miteinander statt anonym (z.B. „ich will schon, dass man mich kennt – ohne dass ich ständig unter Beobachtung stehe oder so“
  • Tauschbörse (Kleider, Werkzeug, Küchengeräte usw. – „,man muss ja nicht alles selber kaufen, man kann sich auch mal was ausleihen“)
  • Gegenseitige Unterstützung (z.B. „wenn ich mal krank bin oder die Kinder“)
  • Offenheit
  • Gegenseitige Rücksichtnahme
  • Umeinander kümmern (z.B. „wenn ich dringend zu meinen Eltern muss, weil die sind pflegebedürftig, dann wäre es schon gut wenn jemand meine Katze füttert“)
  • „Raum für mich selbst und die Wahl haben, ob ich mit den anderen etwas mache oder nicht“
  • Organisation der Gemeinschaft durch die Gemeinschaft (jeder kümmert sich um jeden und „macht das einfach“)

In Kürze lesen Sie hier über unseren Partizipationsprozess/Mieterbeteiligung im baulichen Planungsprozess.

Menschen wollen nicht verwaltet werden in anonymen Betonschachteln – sie wollen hochwertiges Lebensgefühl. Das macht glücklich und stärkt die Gesundheit. Menschen, die gesund und glücklich sind, werden gestalterisch für eine lebenswerte Zukunft aktiv. Städte brauchen gesunde, glückliche Menschen, wenn sie den Problemen und Herausforderungen der heutigen Zeit begegnen möchten.

Haben Sie Fragen? Möchten Sie bei uns wohnen oder planen Sie ein ähnliches Projekt und wollen sich gerne austauschen? Wir sind für Sie da: Tel. +49 (0)89-287 881 610.

Photo by ThisisEngineering RAEng on Unsplash

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