Außenaufzüge – Ein doppelter Gewinn für Bewohner*innen und Denkmalschutz

Wir möchten Außenaufzüge im Adam Quartier Soest bauen.

Das ist für praktisch für alle, aber besonders wichtig für kranke und ältere Menschen und deren Angehörige.

Bisher ist das kein Standard bei der Sanierung von Altbauten.
Wir planen und bauen mit den Vorteilen und dem Wissen aus der Vergangenheit. Heute. Wir tun das mit dem Gedanken daran, dass unsere Gebäude auch in der Zukunft lebenswerten, gesunden und komfortablen Wohnraum bieten sollen. Eine Gesellschaft verändert sich. Der soziodemografische Wandel wird genauso Realität, wie veränderte Arbeitsbedingungen für unsere Kinder. Wir brauchen deshalb heute die Umsetzung der besten Lösungen, die wir längst kennen.

Wir wollen Menschen die Chance bieten, in einer gesunden, sicheren Wohnumgebung zu leben. Lesen Sie dazu unsere Ideen für ein gemeinschaftliches Mi(et)einander Wohnen, die in Zusammenarbeit mit heutigen und künftigen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Soest entstanden sind.

Was hat das nun mit Außenaufzügen zu tun?

Verbesserung von Wohn- und Lebensqualität für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Pflegebedürftige, Kranke und deren Angehörige

Ein Blick in die Zukunft, wo alle Altersgruppen in ihrem eigenen Quartier zusammenleben dürfen. Also auch die älteren, pflegebedürftigen Menschen, die von ihren Angehörigen zuhause betreut werden. Egal ob Rollator, Krücken, Rollstuhl oder Liegendtransporte: Stufen gehen da gar nicht, egal ob fünfzehn, acht oder eine.

Wir haben mit dem Bau von Außenaufzügen nicht nur Pflegefälle im Kopf. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin unserer Gebäude soll im entsprechenden Krankheitsfall mit Hilfe einer Liege schnellstmöglich in ein Krankenhaus transportiert werden können, egal welchen Alters.   

Aktuell, Stand 19. April, wird von uns verlangt, Aufzüge im Innenraum der Gebäude zu errichten, die den Mindestmaßen entsprechen. Ein Liegendtransport ist so nicht möglich, außerdem müsste man Treppenstufen überwinden, um zum Aufzug zu kommen. Eigentlich doof, oder?

Beispiel für einen Außenaufzug

Erhaltung von Denkmälern steht in keinem Widerspruch zur Verbesserung von Wohnqualität

Wer hat etwas dagegen, dass wir Außenaufzüge für die Bewohner*innen bauen? Der Denkmalschutz der Stadt Soest. Dabei sehen wir gar keinen Widerspruch zwischen Denkmalschutz und Wohnqualität.

Die Gebäudesubstanz der ehemaligen Kasernenblöcke im Adam Quartier Soest sind einzigartig in ihrer Qualität. Es ist das Ziel von Denkmalschutz, historische Bauten bestmöglich zu erhalten – das ist auch unser Anliegen. Das Abtragen und Aufreißen des Decken- und Mauerwerks, das man von uns verlangt, um innenliegende Aufzüge zu bauen, zerstört wichtige Bausubstanz und nimmt den zukünftigen Bewohner*innen Wohn- und Lebensqualität. Das macht keinen Sinn, weil es Menschen die Chance nimmt, besser zu leben in historischen Gebäuden. Denkmal? Denk mal!
Wir setzen uns genauso für den Erhalt von Denkmälern ein, wie für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen. Das sollte kein Widerspruch sein, sondern eine gegenseitige Bereicherung und Unterstützung, damit alle etwas davon haben. Selbstverständlich haben wir alle Punkte geprüft, die für oder gegen den Bau von Außenaufzügen sprechen. Gerne machen wir Ihnen die kritischen Punkte, um die es hier geht, transparent. Wir glauben, dass andere Projekte schneller und besser vorankommen, wenn sie auf unsere Erfahrung zugreifen können (und psssst….wenn Sie die fachlichen Aspekte nicht so interessieren, überspringen Sie diesen Absatz einfach).

Bauliche Begründung für Außenaufzüge im Adam Quartier Soest

Unsere Planung sieht je einen Aufzug an den Ostseiten der beiden ehemaligen Mannschaftsgebäude vor. Die Aufzüge dienen als vertikale Erschließung dem Zugang zu den Wohnungen, da man über die Aufzüge direkt zu den (horizontalen) Hausfluren gelangt – ohne Treppen. Sie ermöglichen so eine behindertengerechte und barrierefreie Erschließung sämtlicher Geschosse (KG, EG, 1.OG, 2.OG) und orientieren sich an zeitgemäßen Wohnbedürfnissen. Aus gestalterischen Gründen und mit Rücksicht auf Belange des Denkmalschutzes wurden die Dachgeschosse nicht unmittelbar angeschlossen, da die Aufzüge die Außenansicht nicht überragen sollen.

Wir halten auch selbstverständlich auch die Grundzüge des Bebauungsplans ein:

  • die Nutzung und Anordnung sind städtebaulich vertretbar, 
  • die Nutzung dient der im B-Plan festgesetzten Wohnbebauung und entspricht der festgesetzten Gebietsart WA (allgemeine Wohngebiete), 
  • das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme wird eingehalten, da die geplante Erschließungsergänzung durch Aufzüge der festgesetzten Gebietsart und Nutzung entspricht,
  • Nachbarrechte sind nicht erkennbar berührt und es gehen keine unzumutbaren Störungen und Behinderungen von der Nutzung aus.

Wie es weiter geht

Unser Bauantrag liegt beim zuständigen Amt der Stadt Soest, der Arbeitsgruppe Bauordnung. Diese prüft den Antrag und sammelt die Stellungnahmen aller Träger öffentlicher Belange, wie zum Beispiel dem Denkmalschutz, und macht am Ende eine Abwägung der vorgebrachten Argumente.

Wir finden, Außenaufzug ist ein gutes Argument. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

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