Wie viele Mülltonnen stehen vor Ihrer Haustür? Zeit für ein intelligentes Müllkonzept!

Als wir 2018 in unsere Projektplanung eingestiegen sind, hatten wir ein einfaches Leitbild: Was wäre, wenn wir die Wohnqualität im gesamten Quartier, also dem kompletten Belgischen Viertel, im Blick hätten? Ganz nach dem Gedanken: Wo viele Leute bestmöglich umsorgt zusammenleben, da treffen wir auf glückliche Menschen. Je glücklicher sie sind, desto gesünder. Eine gesunde Gesellschaft kreiert stabile, intelligente Lösungen für alle. (Das haben wir uns nicht einfach ausgedacht – es ist wissenschaftlich von unterschiedlichen Disziplinen weltweit belegt.)

Was hat das jetzt mit Müllentsorgung zu tun? Ha! Eine ganze Menge.

Ein intelligentes, zentrales Abfallentsorgungskonzept, wie es beispielsweise in Holland, Dänemark, Schweden, Spanien, Norwegen, Frankreich, Italien und der Schweiz bereits eingesetzt wird, bedeutet eine signifikante Erhöhung der Lebensqualität. Im Urlaub haben Sie das vielleicht schon mal getestet? Der Vorteil:

  • Stinkende Mülltonnen am Straßenrand gehören der Vergangenheit an. Schöner fürs Auge und angenehmer für die Nase. Durchatmen vor dem Müllcontainer ohne böse Überraschung! Ehrlich.
  • Zusätzlicher Platz für die Bewohner*innen des Quartiers. Wir denken dabei auch an die Besitzer der Einfamilienhäuser im Belgischen Viertel, deren Mülltonnen den ohnehin begrenzten Raum im wahrsten Sinne zumüllen.
  • Gezielter, bedarfsgerechter und flexibler Abholverkehr. Ein Chip im Container erkennt „ich bin bald voll!“ und ruft automatisch das Entsorgungsfahrzeug. Im Moment ist noch folgendes geplant: Jeden Morgen rangiert ein anderes Müllauto piepsend durch das Viertel. Wobei uns nicht ganz klar ist, wie das herkömmliche Müllauto um die engen Kurven im Belgischen Viertel kommt? Wir wollen weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Gefahren für Radfahrer, Fußgänger und spielende Kinder.
  • Geld, Müll und Emissionen werden mit der Digitallösung (ein)gespart. In Summe ist das digitale Konzept deutlich günstiger. Jeder bezahlt nur für den Müll, den er wirklich wegwirft. Auch das erkennt ein Chip in unserer Quartiersapp, die wir eigens für das AQS entwickeln. Das Klima freut sich außerdem über verminderten CO2-Ausstoß, glauben wir.
  • Auch für die Mitarbeiter der Entsorger wird es gesünder, wenn sie nicht mehr die teilweise 50 kg schweren Tonnen bewegen und anheben müssen. Das macht im neuen Abfallentsorgungskonzept nämlich ein Kranhaken, der die Müllcontainer aus der Erde hebt.
  • Erstaunlich: Bereits seit 15 Jahren gibt es die passenden Fahrzeuge und Systeme, die man sogar in Deutschland kaufen und einsetzen kann. Es wird Zeit, sie auch dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden!

Was haben wir also vor?

Wir schlagen vor, auf unserem Grundstück intelligente Mülltonnen im Boden zu versenken, die ihren eigenen Füllstand messen und Geruchsemmissionen verhindern. Anwohner*innen (also auch unsere Nachbarinnen und Nachbarn!) identifizieren sich mit unserem Quartierschip am Behälter und bezahlen somit nur für die tatsächliche Müllmenge und nicht für das Tonnenvolumen.

Wenn ein Müllbehälter der Meinung ist, dass er voll ist oder zu sehr müffelt, dann sendet er automatisch ein Signal an den Betreiber und sagt: „Komm und leere mich!“

So sieht das aktuell aus:

So soll das besser aussehen:

Wo ist jetzt der Haken?

  • Der städtische Entsorger besitzt kein geeignetes Fahrzeug. Der Haken zur Abholung der Container fehlt!
    Das macht aber nichts. Den Haken besorgen wir gerne.
  • Wir suchen auch nach einem passenden Dienstleister, der den Müll abholt und entsorgt – wenn es gebraucht wird.

Kurzum:

Wir brauchen bloß eine Genehmigung!

Ein paar Worte zum Schluss

Die Realisierung dieses Projekts ist kein Spaziergang für uns. Das wussten wir vorher, weil wir auf Pfaden unterwegs sind, die abseits der „Dashabenwirimmerschonsogemachtstraße“ laufen. Immer wieder stoßen wir auf Organisationsstrukturen, die ein gesünderes, sozialeres Zusammenleben verhindern. Dafür kann keiner was, denn diese Regeln wurden in der Vergangenheit beschlossen und da haben sie vielleicht sogar Sinn gemacht (naja, außer beim Müll vielleicht, denn der war eine Idee der Verpackungsindustrie…).

Aus Bequemlichkeit an drei Tonnen und mehreren Plastiksäcken je Haushalt festzuhalten bleibt aber vermutlich ohne Konsequenz, wenn keiner was sagt. Deswegen sagen wir: Bitte, liebe Verwaltungsmenschen, macht euch stark für eine tägliche, signifikante Verbesserung zum Wohle Eurer Auftraggeber*innen: den Soester Bürgerinnen und Bürgern.

Planen Sie ein ähnliches Projekt? Sie finden hier bald die ausformulierten Schriftstücke, die wir als Grundlage für unsere Gespräche genutzt haben und nutzen, um Unterstützer*innen und Fürsprecher*innen zu finden.

Außenaufzüge – Ein doppelter Gewinn für Bewohner*innen und Denkmalschutz

Wir möchten Außenaufzüge im Adam Quartier Soest bauen.

Das ist für praktisch für alle, aber besonders wichtig für kranke und ältere Menschen und deren Angehörige.

Bisher ist das kein Standard bei der Sanierung von Altbauten.
Wir planen und bauen mit den Vorteilen und dem Wissen aus der Vergangenheit. Heute. Wir tun das mit dem Gedanken daran, dass unsere Gebäude auch in der Zukunft lebenswerten, gesunden und komfortablen Wohnraum bieten sollen. Eine Gesellschaft verändert sich. Der soziodemografische Wandel wird genauso Realität, wie veränderte Arbeitsbedingungen für unsere Kinder. Wir brauchen deshalb heute die Umsetzung der besten Lösungen, die wir längst kennen.

Wir wollen Menschen die Chance bieten, in einer gesunden, sicheren Wohnumgebung zu leben. Lesen Sie dazu unsere Ideen für ein gemeinschaftliches Mi(et)einander Wohnen, die in Zusammenarbeit mit heutigen und künftigen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Soest entstanden sind.

Was hat das nun mit Außenaufzügen zu tun?

Verbesserung von Wohn- und Lebensqualität für Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Pflegebedürftige, Kranke und deren Angehörige

Ein Blick in die Zukunft, wo alle Altersgruppen in ihrem eigenen Quartier zusammenleben dürfen. Also auch die älteren, pflegebedürftigen Menschen, die von ihren Angehörigen zuhause betreut werden. Egal ob Rollator, Krücken, Rollstuhl oder Liegendtransporte: Stufen gehen da gar nicht, egal ob fünfzehn, acht oder eine.

Wir haben mit dem Bau von Außenaufzügen nicht nur Pflegefälle im Kopf. Jeder Bewohner und jede Bewohnerin unserer Gebäude soll im entsprechenden Krankheitsfall mit Hilfe einer Liege schnellstmöglich in ein Krankenhaus transportiert werden können, egal welchen Alters.   

Aktuell, Stand 19. April, wird von uns verlangt, Aufzüge im Innenraum der Gebäude zu errichten, die den Mindestmaßen entsprechen. Ein Liegendtransport ist so nicht möglich, außerdem müsste man Treppenstufen überwinden, um zum Aufzug zu kommen. Eigentlich doof, oder?

Beispiel für einen Außenaufzug

Erhaltung von Denkmälern steht in keinem Widerspruch zur Verbesserung von Wohnqualität

Wer hat etwas dagegen, dass wir Außenaufzüge für die Bewohner*innen bauen? Der Denkmalschutz der Stadt Soest. Dabei sehen wir gar keinen Widerspruch zwischen Denkmalschutz und Wohnqualität.

Die Gebäudesubstanz der ehemaligen Kasernenblöcke im Adam Quartier Soest sind einzigartig in ihrer Qualität. Es ist das Ziel von Denkmalschutz, historische Bauten bestmöglich zu erhalten – das ist auch unser Anliegen. Das Abtragen und Aufreißen des Decken- und Mauerwerks, das man von uns verlangt, um innenliegende Aufzüge zu bauen, zerstört wichtige Bausubstanz und nimmt den zukünftigen Bewohner*innen Wohn- und Lebensqualität. Das macht keinen Sinn, weil es Menschen die Chance nimmt, besser zu leben in historischen Gebäuden. Denkmal? Denk mal!
Wir setzen uns genauso für den Erhalt von Denkmälern ein, wie für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen. Das sollte kein Widerspruch sein, sondern eine gegenseitige Bereicherung und Unterstützung, damit alle etwas davon haben. Selbstverständlich haben wir alle Punkte geprüft, die für oder gegen den Bau von Außenaufzügen sprechen. Gerne machen wir Ihnen die kritischen Punkte, um die es hier geht, transparent. Wir glauben, dass andere Projekte schneller und besser vorankommen, wenn sie auf unsere Erfahrung zugreifen können (und psssst….wenn Sie die fachlichen Aspekte nicht so interessieren, überspringen Sie diesen Absatz einfach).

Bauliche Begründung für Außenaufzüge im Adam Quartier Soest

Unsere Planung sieht je einen Aufzug an den Ostseiten der beiden ehemaligen Mannschaftsgebäude vor. Die Aufzüge dienen als vertikale Erschließung dem Zugang zu den Wohnungen, da man über die Aufzüge direkt zu den (horizontalen) Hausfluren gelangt – ohne Treppen. Sie ermöglichen so eine behindertengerechte und barrierefreie Erschließung sämtlicher Geschosse (KG, EG, 1.OG, 2.OG) und orientieren sich an zeitgemäßen Wohnbedürfnissen. Aus gestalterischen Gründen und mit Rücksicht auf Belange des Denkmalschutzes wurden die Dachgeschosse nicht unmittelbar angeschlossen, da die Aufzüge die Außenansicht nicht überragen sollen.

Wir halten auch selbstverständlich auch die Grundzüge des Bebauungsplans ein:

  • die Nutzung und Anordnung sind städtebaulich vertretbar, 
  • die Nutzung dient der im B-Plan festgesetzten Wohnbebauung und entspricht der festgesetzten Gebietsart WA (allgemeine Wohngebiete), 
  • das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme wird eingehalten, da die geplante Erschließungsergänzung durch Aufzüge der festgesetzten Gebietsart und Nutzung entspricht,
  • Nachbarrechte sind nicht erkennbar berührt und es gehen keine unzumutbaren Störungen und Behinderungen von der Nutzung aus.

Wie es weiter geht

Unser Bauantrag liegt beim zuständigen Amt der Stadt Soest, der Arbeitsgruppe Bauordnung. Diese prüft den Antrag und sammelt die Stellungnahmen aller Träger öffentlicher Belange, wie zum Beispiel dem Denkmalschutz, und macht am Ende eine Abwägung der vorgebrachten Argumente.

Wir finden, Außenaufzug ist ein gutes Argument. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Ideen für ein gemeinschaftliches Mi(et)einander Wohnen

aktualisiert am 22.04.2020

Wenn etwas für eine Gemeinschaft gebaut werden soll, dann lässt man es am besten von der Gemeinschaft bauen. Das heißt nicht, dass ein Laie plötzlich Entscheidungen über das Einreißen von tragenden Wänden innerhalb eines Gebäudes trifft. Es bedeutet auch keineswegs, dass über Gesetze hinweggegangen wird oder sachliche und fachliche Entscheidungen von emotionalen Wünschen beiseitegeschoben werden. Dafür sind interdisziplinäre Teams in einem Projekt da: Sie steuern den Prozess so, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen – sondern Hand und Fuß haben.

Es geht um Balance. Es geht um die Frage, was gebraucht wird. Es geht um Aussortieren. Es geht um Entscheidungen darüber, was wir getrost verabschieden können – weil es keiner mehr braucht – und um das, was neu entstehen muss, damit die Dinge besser werden. Beispielsweise braucht in naher Zukunft keiner mehr ein Homeoffice, wenn er wenige Meter von Zuhause entfernt einen Co-Living Space findet, der perfekt ausgestattete Arbeitsräume und außerdem Kontakt zu anderen Menschen in den Pausen bietet. Wer sein Kind in der Kita nebenan glücklich weiß, arbeitet auch entspannt in diesem Quartier.

Was die engagierten Bürger*innen von Soest sagen ist aktuell (Stand 20.04.2020) das:

Wie wir in den Wohnungen/im Quartier leben möchten:

  • Größere Kinderzimmer
  • Altersgerechtes Wohnen
  • Gemeinschaftliches Wohnen
  • Jugendräume
  • Yogaräume
  • Bastelräume
  • Werkstatträume
  • Leseräume
  • Kaffeeklatschräume
  • Obstbäume
  • Gemüsebeete
  • Schwimmteich
  • Spielplatz für Kinder
  • Grillstelle
  • Mitmachgarten
  • Große Dachgeschossfenster mit Blick in den Sternenhimmel
  • Große Dachgeschossfenster um dem Regen zu zuhören
  • Waschplätze für Auto, Fahrrad, E-Bike und Co.
  • Entspannungsräume
  • Begegnungsräume
  • Kindergartenplatz um die Ecke
  • Kurze Wege zur Arbeit, Kindergarten, Einkaufen, Sport
  • Schnelles Internet
  • Geringer Energieverbrauch
  • Bewohnercafé
  • Lagerplatz/Storage-Room
  • Regal mit „Bücherkreisel“ oder „Freie Bibliothek“
  • Kleiderschrank mit „Kleiderkreisel“ oder „Kleidung zum Mitnehmen“
  • „Kaminzimmer“
  • Treffpunkt für Vereine
  • Günstigere Raten für Mieter*innen im AQS für Co-Living/Co-Working

Wie wir in miteinander im Quartier leben möchten:

  • Miteinander statt anonym (z.B. „ich will schon, dass man mich kennt – ohne dass ich ständig unter Beobachtung stehe oder so“
  • Tauschbörse (Kleider, Werkzeug, Küchengeräte usw. – „,man muss ja nicht alles selber kaufen, man kann sich auch mal was ausleihen“)
  • Gegenseitige Unterstützung (z.B. „wenn ich mal krank bin oder die Kinder“)
  • Offenheit
  • Gegenseitige Rücksichtnahme
  • Umeinander kümmern (z.B. „wenn ich dringend zu meinen Eltern muss, weil die sind pflegebedürftig, dann wäre es schon gut wenn jemand meine Katze füttert“)
  • „Raum für mich selbst und die Wahl haben, ob ich mit den anderen etwas mache oder nicht“
  • Organisation der Gemeinschaft durch die Gemeinschaft (jeder kümmert sich um jeden und „macht das einfach“)

In Kürze lesen Sie hier über unseren Partizipationsprozess/Mieterbeteiligung im baulichen Planungsprozess.

Menschen wollen nicht verwaltet werden in anonymen Betonschachteln – sie wollen hochwertiges Lebensgefühl. Das macht glücklich und stärkt die Gesundheit. Menschen, die gesund und glücklich sind, werden gestalterisch für eine lebenswerte Zukunft aktiv. Städte brauchen gesunde, glückliche Menschen, wenn sie den Problemen und Herausforderungen der heutigen Zeit begegnen möchten.

Haben Sie Fragen? Möchten Sie bei uns wohnen oder planen Sie ein ähnliches Projekt und wollen sich gerne austauschen? Wir sind für Sie da: Tel. +49 (0)89-287 881 610.

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Zwischenfazit nach 2 Jahren: Wie man als Privatunternehmen am Wohnungsmarkt etwas Gutes tun kann

Es ist soweit: Unser Bauantrag für das Adam Quartier Soest ist am Freitag, den 27. März 2020, um 9.36 Uhr bei der Abteilung Bauordnung der Stadt Soest eingegangen.

Hat das länger gedauert als geplant? Unbedingt! Ist das normal in einem ambitionierten Projekt, wie wir es realisieren?

Ein paar Dinge rechtfertigen sicherlich zusätzliche Nachfragen und gewissenhafte Antworten. Die Gestaltung der denkmalgeschützten Fassaden und die Positionierung der Aufzüge zum Beispiel. Das ist es uns wert. Denn hier geht es um Menschen! Um diejenigen, die ab 2021 unsere Mieter*innen sein werden – und sie sollen sich wohl fühlen bei uns.

Das Zwischenfazit nach 2 Jahren: Wie man als Privatunternehmen am Wohnungsmarkt etwas Gutes tun kann

Was wir in den letzten beiden Jahren erfahren haben, über die Möglichkeiten als Privatunternehmen etwas Gutes im Wohnungsmarkt zu tun, darüber sprechen wir nun in einem Zwischenfazit.
Diese Erfahrungen geben wir anderen Projektentwicklern, Visionären und Machern gerne mit auf den Weg. Gleichzeitig ist es uns ein Bedürfnis, unseren zukünftigen Mieter*innen Transparenz zu bieten.

Es ist jetzt an der Zeit, dass wir uns in vielen Bereichen von „weiter so wie bisher“ verabschieden und stattdessen „aktiv verantwortungsbewusst“ sowohl in unsere Stellenbeschreibungen, als auch in unsere Denk- und Machmentalitäten einfügen. Echte Übernahme von sozialer Verantwortung fordert Engagement, Grenzen überwinden, es täglich besser machen. Und zwar auf allen Ebenen, auch in Ämtern, Behörden, Kreisen, Förder-, Zweck- und kommunalen Gesellschaften.

Während wir das tun, was wir fordern, haben wir einiges erkannt:


1. Zukunft ist nicht planbar – aber machbar

Wir haben gelernt, dass Zukunft schwer planbar ist. Das bedeutet nicht, dass wir es lassen sollten, weil es bequemer ist. Das, was wir morgen besser „haben“ wollen, müssen wir heute besser „machen“.

Ja. Wir machen’s einfach! Veränderung beginnt mit Bewegung und ein bloßes zu Papier bringen guter Vorsätze reicht nicht aus, um Zukunft zu gestalten. Reden verbraucht Energie – Machen erschafft Energie.

2. Ein langer, ruhiger Atem hilft beim Gestalten von gemeinschaftlicher Zukunft

Also legen wir los. Das stört so manchen, dem die Gestaltung von Zukunft wenig am Herzen liegt, oder dem die Zukunft einfach zu weit weg ist. Natürlich ist der Bau von innovativen Wohnprojekten, welche Menschen und ihr Gemeinwohl im Sinn haben, schwieriger als jedes banale Renditeprojekt –  und doch treibt uns genau diese Herausforderung an. Wir wollen es besser MACHEN.

Täglich lauert irgendwo ein „Warum machen Sie es nicht wie alle anderen?“ und springt uns mitten ins Gesicht. Glücklicherweise haben wir viel Verständnis, einen langen Atem und ein dickes Fell, unter dem warme Herzen für eine gute Sache schlagen.
 
Wissen wir, wovon wir da sprechen? Ja. Natürlich. Jedes Mitglied unseres Teams hat Erfahrungen im „normalen Wohnungsbau“, der „normalen Finanzbranche“ oder mit „normaler Sozial – oder Bauarchitektur“.

Es reicht uns aber nicht mehr „normal“ zu arbeiten. Wir wollen uns nicht mehr abwimmeln lassen im Feld des „Normalen“, das unserer Zeit in allen möglichen Bereichen nicht mehr entspricht.

3. Bereicherung Weniger auf Kosten der Lebensqualität von Vielen ist kein Bestandteil einer gemeinschaftlichen Zukunft

In unserer Arbeit im „Normalen“ hat uns eines ganz massiv gestört:

Der Wohnungsmarkt bleibt nach wie vor weit hinter dem zurück, was in Bezug auf Gesundheit, Gemeinschaft und Technologie längst Standard sein sollte. Das ist, aus der Perspektive der Mieterinnen und Mieter, den ganz normalen Bürgerinnen und Bürgern einer Stadt, ein ziemlich dürftiges Angebot, das mit einem großen Anteil an künftigen Gesundheits- und Klimaschäden sowie Sondermüll daherkommt – und wenig Raum für Lebensfreude und zeitgemäße Lösungen bietet.

Die Bürokratie hat vieles noch verschlimmbessert mit Vorschriften, Steuern und Abgaben, die natürlich alle am Ende beim Verbraucher, also dem Mieter, landen. Die aufwendige Betriebskostenabrechnung nährt mehrere lukrative Branchen und führt zu Aufschlägen von 50 Prozent der Kaltmiete.

Aber: Wer brav im Schema bleibt und baut wie in den 50er, 60er, 70er und 80er-Jahren bekommt seinen Stempel und ergänzt unser schönes Land um eine weitere Fischgrätenkonserve (das Reihenhaus mit vier Metern Breite, wo alle Räume übereinander sind) oder eine Eigenheimwüste (100 Quadratmeter Eigentum, nur 90-Grad-Winkel und bitte nicht mehr als zwei Kinder!).

Wer es anders will, der hört vor allem diesen Satz:

„Es ist ganz toll, was Sie da machen! Aber… es geht leider nicht.“

4. Eine gute Idee (passend zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage) wird noch lange nicht gefördert oder unterstützt

Die Anzahl der Menschen in unterschiedlichen Positionen in unterschiedlichen Organisationen, die wir in den vergangenen zwei Jahren treffen durften und die unser Projekt „ganz toll“ fanden und „am liebsten einziehen“ würden, hat rasend schnell zugenommen. Das freut uns! Es ist phantastisch, dass wir offensichtlich den Nerv der Zeit und den der Menschen getroffen haben. Offenbar sind es nicht nur wir, die gerne

  • Im Grünen
  • Mit netten Nachbarn
  • Verkehrsberuhigt
  • Schadstoffbefreit
  • Kurzen Wegen
  • Intelligenten Mobilitäts- und Müllentsorgungslösungen
  • Kinder- und familienfreundlich
  • Tierfreundlich
  • Einander wertschätzend

leben und arbeiten wollen. Offenbar wollen das auch Menschen in Behörden und Organisationen, bei denen wir regelmäßig vorsprechen und um Unterstützung bitten.

Tja. Wenn da nicht dieser Satz wäre:

„Es ist ganz toll, was Sie da machen! Aber… es geht leider nicht.“

Dieser spezielle, kleine Satz – der hat auch noch einen großen Bruder. Der tritt im Verborgenen auf und sagt durch sein Nichtsagen:

„Es geht nicht, weil noch niemand da war, der es anders gemacht hat. Es geht nicht, weil mir niemand sagt, was hier richtig ist und welchen Spielraum ich habe. Es geht nicht, weil ich zwar gern wollte, aber x, y oder z nicht. Es geht nicht, weil ich mich nicht für die Verbesserung der Zukunft einsetze, denn so toll und wichtig ist Ihr Projekt dann auch wieder nicht. Es geht nicht, weil ich nicht bereit bin, Verantwortung zu übernehmen.“

5. Weiter machen und nicht beirren lassen

Ende Januar 2020 fand unsere Bauantragskonferenz statt. Das macht man, um vorab zu besprechen, was in einen Bauantrag hinein soll, damit er genehmigungsfähig ist.

Nun, wir haben uns entschieden, nicht das zu tun, was der Bequemlichkeit von Behörden dient, sondern das zu tun, was den Menschen einer Stadt hilft.

Genau so haben wir nun auch unseren Bauantrag eingereicht. Mit dem Blick auf das Gemeinwohl und dem Wissen, dass wir noch Gegenwind bekommen. Das halten wir aus, denn jetzt wollen wir es wissen. Wir sind nicht bereit, so lange Zugeständnisse zu machen, bis wir endlich bei 08/15 angelangt sind. Wir übernehmen Verantwortung für Viele, weil einige Wenige es nicht tun. Wir stehen bereit, ganz konstruktiv.

Seit einigen Wochen entfernen Profis in Schutzanzügen alle Schadstoffe aus unseren drei Gebäudeblöcken. Wir entsorgen die Schadstoffe in unseren Mauerwerken selbstverständlich vollständig und fachgerecht. Da gibt es für uns keine Ausnahmen oder Erleichterungen, wir kümmern uns darum.

Wir haben außerdem Unterstützung von der Südwestfalenagentur und dem Kreis Soest bekommen, um uns im Wirrwarr der Fördertöpfe Nordrhein-Westfalens zu orientieren. Unser Ziel: Das Umsetzen, was andere erdacht und aufs Papier gebracht haben. Das erschaffen, was bereits geschrieben steht an vielen Stellen.

Wir wollen immer noch

  • eine Kita,
  • Co-Working mit Co-Living,
  • unseren eigenen Strom und Wärme erzeugen,
  • Carsharing, Bikesharing, Scootersharing,
  • eine Mobilstation,
  • Kräutergärten, Blumengärten, Grillgärten, Spielgärten,
  • Gemeinschaftsräume für egal was,
  • Barrierefreiheit,
  • Gesundes Raumklima
  • Engagement der Menschen in einer Haus- und Quartiersgemeinschaft,
  • zentrale Waschmaschinen
  • Einfacher Umzug „mit einer kleinen Kiste“, weil wir schon so vieles vor Ort bieten
  • Paketstation,
  • Café,
  • Self-Storage,
  • Digitales Müllkonzept,
  • Schlüsselfreies Wohnen,
  • WLAN für alle, überall im Adam Quartier,
  • grüne Quartiers-Oase mit Mobilitätspunkt und Stellplätzen,  
  • Pauschalmiete, in der „alles inklusive“ ist,
  • Quartiers-App,
  • Helfen, Freude, Leben.

Ist das eine Utopie von ein paar Spinnern? Nein! Kann es ja gar nicht sein, denn es steht in den meisten politischen Schriften der Ziele von Städten und Ländern geschrieben, dass genau DAS, was wir uns für unsere Mieterinnen und Mieter wünschen, gewollt ist – und angeblich auch gefördert und gefordert wird.

Wie es weiter geht? Wir werden transparent und ehrlich darüber berichten. Das wird irgendwann „normal“ sein, haben wir gehört…